{"id":891,"date":"2011-12-21T20:00:47","date_gmt":"2011-12-21T19:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/cc.worldguide.de\/?p=891"},"modified":"2013-02-01T12:39:09","modified_gmt":"2013-02-01T11:39:09","slug":"die-spinnwebfrauen-der-chin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.silverpacker.de\/?p=891","title":{"rendered":"Die Spinnwebfrauen der Chin"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0072.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-896\" title=\"DSC_0072\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0072-300x199.jpg?resize=300%2C199\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0072.jpg?resize=300%2C199 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0072.jpg?w=800 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Nach einem kurzen Zwischenstopp\u00a0 auf dem Markt von Mrauk U zwecks Proviantbesorgung geht\u2019s\u00a0 zun\u00e4chst per Tuk Tuk ein St\u00fcck ins Landesinnere. Die halbst\u00fcndige Fahrt \u00fcber die ultimative Schlaglochpiste ist nichts f\u00fcr schwache Bandscheiben und f\u00fchrt vorbei an Reisfeldern, Ziegeleien und einem muslimischen Dorf zur Bootsanlegestelle am Lemro River. Es gibt drei Chin-D\u00f6rfer ca. 160 km westlich der Grenze zu Bangladesch,\u00a0 die von Touristen besucht werden k\u00f6nnen. Allerdings nur per Boot und mit einem F\u00fchrer. \u00a0<!--more-->Wir \u00fcberzeugen Lathing, unseren Guide, mit dem dritten zu beginnen, da wir am Abend zuvor von zwei Australiern erfahren hatten, dass meist nur Zeit zum Besuch von zwei D\u00f6rfern ist.<\/p>\n<p>Nach drei Stunden Bootsfahrt erreichen wir Choma, das wom\u00f6glich seltener besuchte dritte Dorf. Der 52j\u00e4hrige B\u00fcrgermeister f\u00fchrt uns zum Dorfplatz.\u00a0 Dort werden wir mit Kokosn\u00fcssen bewirtet\u00a0 und den t\u00e4towierten Frauen vorgestellt. Die Frauen sind im Alter zwischen 62 und 75. Die \u00c4lteste erz\u00e4hlt, sie habe 10 Kinder, von denen vier bereits im Kleinkindalter starben und die \u00fcbrigen sechs noch heute im Dorf wohnen. Die Tradition der Gesichtst\u00e4towierung endete in den 1980er Jahren. Bis dahin wurden die M\u00e4dchen im Alter von neun Jahren bzw. der ersten Regelblutung t\u00e4towiert. Dabei erfolgte die komplette Gesichtst\u00e4towierung in einer einzigen Sitzung an einem Tag.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0107.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-893\" title=\"DSC_0107\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0107-199x300.jpg?resize=199%2C300\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0107.jpg?resize=199%2C300 199w, https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0107.jpg?w=531 531w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>Das Muster variiert von Dorf zu Dorf. Angeblich entstand dieser Initiationsritus aus einer Notlage. Vor einigen hundert Jahren wurde der Chin-Staat von Birmanen \u00fcberfallen. Die M\u00e4nner flohen und lie\u00dfen ihre Frauen zur\u00fcck. Um sie vor Raub und Vergewaltigung zu sch\u00fctzen, machten die M\u00e4nner sie h\u00e4sslich: sie t\u00e4towierten Spinnweben auf ihre Gesichter.<\/p>\n<p>Heute sind die Spinnwebfrauen eine Attraktion f\u00fcr Touristen, die dem Dorf zu einem zus\u00e4tzlichen Einkommen verhelfen. Im Dorf Choma bittet man um Geld f\u00fcr die \u00f6rtliche Schule. Sie ist nicht staatlich und wird lediglich durch die Spenden finanziert. Noch sind es nicht viele Touristen, die sich hierher verirren, zumal dieser Teil Myanmars erst seit ein paar Jahren f\u00fcr Touristen zug\u00e4nglich gemacht wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0138.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-894\" title=\"DSC_0138\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0138-199x300.jpg?resize=199%2C300\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0138.jpg?resize=199%2C300 199w, https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0138.jpg?w=531 531w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>Nach einer Stunde fahren wir flussabw\u00e4rts weiter zum \u201ezweiten\u201c Chin Dorf. Wir werden zu einer Versammlungsh\u00fctte auf dem Dorfplatz gef\u00fchrt, die eigens zum Zweck der \u201eVorf\u00fchrung\u201c der t\u00e4towierten Frauen gebaut zu sein scheint.\u00a0 Hier hat man sich offensichtlich schon besser auf die Vermarktung eingestellt und h\u00e4lt so die Touristen davon ab, unkontrolliert durchs Dorf zu laufen. Die Frauen nehmen an der gegen\u00fcberliegenden Seite des Tisches Platz und verteilen zun\u00e4chst Bananen. Dann werden selbstgemachte Ketten auf dem Tisch ausgebreitet. Gesch\u00e4ft ist Gesch\u00e4ft. Nat\u00fcrlich gibt es auch in diesem Dorf ein Schulprojekt. Der Neubau ist schon fast fertig. Es fehlen nur noch die B\u00e4nke und auch ein Teil des Bodens ist noch nicht fertig. Spenden sind nat\u00fcrlich m\u00f6glich\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0183.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-895\" title=\"DSC_0183\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/cc.worldguide.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0183-300x199.jpg?resize=300%2C199\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0183.jpg?resize=300%2C199 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.silverpacker.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/DSC_0183.jpg?w=800 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>F\u00fcr den Besuch des \u201eersten\u201c Dorfes fehlt erwartungsgem\u00e4\u00df die Zeit. Auch hier h\u00e4tte es eine Schule gegeben, die von den Spenden der Touristen finanziert wird. Wir fahren zur\u00fcck mit Boot und Tuk Tuk und erreichen Mrauk U kurz vor Sonnenuntergang. Mit den zwei Schweizern und den Australiern Aleesa und Dave treffen wir uns im Restaurant des Guesthouse zum Abendessen. Zum Abschluss spendiert Dave eine Runde Laphroaig, einen wunderbaren Single Malt Whiskey aus Islay\u2026<\/p>\n<p><strong>\u00dcbernachtung:<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.newpalacehotelsittwe.com\/royal-city.htm\" target=\"_blank\">Royal City Guest House<\/a><br \/>\nMinbar Gyi Road, Aung Datt, Mrauk Oo<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem kurzen Zwischenstopp\u00a0 auf dem Markt von Mrauk U zwecks Proviantbesorgung geht\u2019s\u00a0 zun\u00e4chst per Tuk Tuk ein St\u00fcck ins Landesinnere. 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