Über die Dörfer…

Im Norden von Laos leben zahlreiche ethnische Minderheiten. Um sie zu besuchen kann man entweder mehrtägige Trekking-Touren oder auch einfache Tagestouren machen. Wir haben uns für die letzte Option entschieden und starten morgens um neun Uhr mit einem Tuk-Tuk samt Guide und Fahrer zu einigen Dörfern rund um Luang Namtha.

Etwa 6 km nördlich der Stadt zweigt ein holpriger Feldweg von der Straße 3A ab. Er führt zum Dorf Ban Nam Dee, in dem rund 40 Familien der Lanten wohnen. Von dieser sehr kleinen ethnischen Gruppe leben nur 1.000 Menschen in Laos, die meisten hier in der Umgebung. Die Anhänger einer animistischen Naturreligion hatten sich im 19. Jahrhundert nach ihrer Flucht aus Tibet hier angesiedelt. In diesem Dorf tragen noch relativ viele Frauen die typische dunkle indigo-farbene Tracht. Den Stoff dafür färben sie noch heute auf die traditionelle Art und Weise.

 

Eine deutlich größere ethnische Minderheit sind die Khmu, von denen fast 400.000 in Laos leben. Wir besuchen eines ihrer Dörfer. Ban Hhu Na befindet sich ebenfalls nördlich von Luang Namtha.

Etwas weiter östlich befindet sich das Dorf Ban Houay, in dem zwei ethnische Minderheiten leben. Sie unterscheiden sich nicht nur sprachlich voneinander. Eine Untergruppe der Khmu, die Labit, leben im ersten Stock ihrer auf Stelzen gebauten Häuser, die tibeto-burmanischen Phunoi dagegen in ebenerdigen Hütten.

Ein weiteres Lanten Dorf befindet sich südwestlich von Luang Namtha. In Ban Nam Lu haben wir Gelegenheit eine Schule zu besichtigen, in denen Kinder bis zur 5. Klasse unterrichtet werden.

 

 

Weiter westlich in Ban Phieng Ngam leben die Tai Daeng, die im 18. Jhdt aus Vietnam einwanderten. In jedem zweiten Haus scheint ein Webstuhl zu stehen. Kein Wunder, dass wir schließlich schwach werden und einen wunderschönen Seidenschal kaufen.

Zuletzt kommen wir in das Dorf Ban Nam Mat Mai. Die hier lebenden Akha tragen schon länger keine traditionelle Kleidung  – ganz anders als ihre „Vettern“ aus Burma, die wir im letzten Jahr in voller Tracht erleben konnten.

Am Ortseingang wartet jedoch eine seltene Besonderheit: Ein Geistertor soll böse Geister vor dem Betreten der Stadt fernhalten. Kein Relikt aus alten Zeiten, wie die neuen angebrachten Talismane deutlich zeigen.

Auf dem Rückweg machen wir noch kurz Halt an der Namnngeen Stupa. Diese war während des Vietamkriegs zweimal von amerikanischen Bomben zerstört worden. Beim ersten Mal wurde die alte Stupe wieder aufgebaut, nach der zweiten Zerstörung baute man einige Meter daneben eine neue und beließ die Trümmer gewissermaßen als Mahnmal daneben.

Auch wenn die USA Laos nie den Krieg erklärten, wurde das Land während dieser Zeit massiv mit Bomben übersät, die man zuvor in Vietnam nicht abgeworfen hatte und nun vor der Landung auf der Basis in Thailand wieder loswerden wollte. Das Ergebnis: auf Nordlaos wurden während des Vietnamkriegs mehr Bomben abgeworfen als auf Deutschland während des zweiten Weltkriegs…

Unterkunft:
Thoulasith Guesthouse
Phonxai Village, City Center, Luang Namtha, Laos

Alternativ:
Zuela Guesthouse and Restaurant
Luang Namtha Road (opposite night market), Stadtzentrum, Luang Namtha, Laos

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