Tage in Katha

mm-2013-12-25--DSC_0062Im örtlichen IWT-Büro erfahren wir, das die planmäßige Fähre erst am nächsten Abend ablegen wird. Da wir bereits ein Zimmer mit Dusche in Mandalay gebucht haben, ändern wir unseren Plan. Wir buchen einen Platz auf dem Expressboot, das bereits morgen früh um Fünf abfahren wird und gegen Abend ankommen soll. Aber noch eine Nacht in dem schmutzigen Annawah Guest House wollen wir uns auch nicht zumuten. Wir haben Glück. Im bereits gestern Abend bevorzugten Ayarwady Guest House sind wieder Zimmer frei. Die sind zwar nur unwesentlich größer, aber sauber und haben zum Teil sogar eine Klimaanlage.

mm-2013-12-25--DSC_0035Deutlich besser gelaunt als am Vorabend marschieren wir zum Frühstück in eine Teestube in der Nähe des Markts. Hier gibt es nicht nur köstliches Schmalzgebäck in mehreren Varianten, sondern auch richtigen Kaffee statt 3in1 Instantgebräu. Die „Eisdiele“ gegenüber bietet sogar Bananen-Milchshakes, die aus  mindestens Zweidrittel Frucht und einem Drittel Eiswürfel bestehen. Von Milch ist weniger zu schmecken.

mm-2013-12-25--DSC_0092So gestärkt gehen wir auf Erkundungstour. Der Shwe Ga Kyi Tempel an der Uferpromenade wird gerade liebevoll renoviert. Ein Stück weiter rechts die Straße herunter befindet sich das nördliche Kloster. Auch hier wird fleißig gebaut. Als wir das Gelände erkunden, begrüßt uns Max, der Mönch. Er führt uns in einen Schlaf- und Aufenthaltsraum in einem der Gebäude der Anlage. Eine Gruppe junger Mönche erhält gerade Unterricht in den buddhistischen Schriften. mm-2013-12-25--DSC_0104An Lernen ist natürlich jetzt nicht mehr zu denken, als die Fremdlinge auftauchen. Besonderes Interesse weckt das Argentinien-Trikot von Wolfgang. Den Österreicher hatten wir vor einigen Tagen in Myikyina auf dem Markt am Fluss getroffen. Da er bis Mandalay auf derselben Route unterwegs ist, sind wir seitdem zu Dritt unterwegs. Jetzt umringen ihn die jungen Novizen und zeigen ihm stolz ihre Fußballdevotionalien: eine burmesische Zeitung, die nur den Spieler Messi porträtiert.

mm-2013-12-25--DSC_0124Vom Kloster aus gehen wir die Straße der Fischer entlang in Richtung Stadtmitte. Hier  schneiden die Frauen den kleinen Sardinen im Akkord die Köpfe ab. In einem kleinen Restaurant mit burmesischen Topfgerichten (Currys) legen wir eine kurze Rast ein. Wir sitzen noch nicht lange, als eine Horde Schulkinder den Laden stürmt. Sie sind auf Klassenfahrt und mit dem Bus aus dem zehn Kilometer entfernten Moda gekommen. Wie uns ihr Lehrer berichtet, sind die siebzig Schüler im Alter von 10 bis 14 Jahren eine Englischklasse der dortigen Privatschule.

Weiter stromabwärts befindet sich am anderen Ende der Stadt in der Nähe des Gefängnisses die Mya Say Ti Pagode. Am Nachmittag wirkt sie wie ausgestorben. mm-2013-12-25--DSC_0065Der Weg zurück zum Markt im Ortskern führt vorbei an zahlreichen alten Teakhäusern. Überall spürt man noch ein wenig von den kolonialen Zeiten, in denen George Orwell hier stationiert war. Mit seinem Roman „Tage in Burma“ hat er der Stadt Katha und ihren Bewohnern ein Denkmal gesetzt. mm-2013-12-25--DSC_0179Aus einem Teakhaus kommt ein alter Mann, der diese Zeiten noch erlebt haben muss. Der 93jährige fragt, woher wir kommen und wie lange wir in Burma bleiben.

mm-2013-12-25--DSC_0205An einem Dorfbrunnen hat ein kleiner Familienbetrieb seine Open-Air-Bäckerei eröffnet. Die Mutter bereitet die unterschiedlichen Teigmischungen vor, während die Töchter das Ausbacken im heißen Fett und den Verkauf übernehmen. Die Endprodukte sind köstlich und werden von Passanten mitgenommen oder gleich vor Ort an kleinen Tischen heiß und frisch verkostet. Dazu gibt es kostenlosen Tee.

Abends sitzen wir noch ein wenig in der Myanmar Beer Station, bis hier gegen 21 Uhr Feierabend ist. Punkt 22 Uhr ist dann endgültig Schluss. Im ganzen Ort wird der Strom abgestellt und man kann gar nicht anders, als sich dem lokalen Lebensrhythmus anzupassen und ebenfalls schlafen zu gehen.

Unterkunft:
Ayarwady Guest House
Strand Road, Katha

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