Endlich Irrawaddy

mm-2013-12-24--DSC_0002Um 6.30 Uhr gehen wir an Bord der Passagierfähre. Unter Deck wartet schon der örtliche IWT-Angestellte. Für die Fahrt von Bhamo nach Katha zahlen Ausländer fünf US-Dollar für einen Platz auf dem Zwischendeck, die Landeswährung wird von ihnen nicht akzeptiert. Dafür erhält man einen etwa halben Meter breiten und anderthalb Meter langen Streifen inmitten burmesischer Familien und Mönchen. Kurz nach Sieben legen wir ab. 500 Meter weiter ist dann erst mal wieder Schluss. Eine dicke Nebelbank hat sich über den Fluss geschoben und der Kapitän manövriert das Boot vorsorglich ans Ufer. Eine Stunde später lichtet sich der Nebel und es geht weiter. Allerdings wieder nur eine kurze Strecke, da wir trotz ständiger Pegelprüfung der Besatzung mithilfe von Bambusstangen auf eine Sandbank auflaufen.

mm-2013-12-24--DSC_0039Die Schiffsdiesel laufen auf Hochtouren, bis sich die 1995 in China gebaute Fähre schließlich nach einer halben Stunde freigefahren hat. Nachdem wir eine weitere große Sandbank unbeschadet passiert und für das folgende Frachtschiff die Fahrrinne vertieft haben, erreichen wir schließlich nach zweistündiger Verspätung den Hauptarm des Irrawaddy. Nun geht es zügig voran.

mm-2013-12-24--DSC_0073Allmählich nähern wir uns dem ersten Durchbruch in der zunehmend bergigeren Gegend, durch den sich der bis dahin breit und träge dahinfließende Irrawaddy durch die Berge gefressen hat. Wir passieren die schroff zum Fluss abfallende Felswand des Nat Myet Hna Taung (Berg des Nat-Gesichts). Hier ist die schmalste Stelle des Flusses. Während der Regenzeit ist dann nicht nur der Pegel höher, sondern auch die Strömung reißender. Dann muss der Schiffsverkehr eingestellt werden und die Passagiere müssen an der Brücke zuvor die Fähre verlassen und auf die Straße ausweichen, bis sie in einem unterhalb der Engstelle gelegenen Dorf wieder auf ein Boot gehen können.

mm-2013-12-24--DSC_0083Hinter einer Biegung wartet ein bemalter Felsvorsprung. Bei Hochwasser trinkt der grüne Papageienkopf scheinbar aus dem Fluss. Jetzt hängt er drei bis vier Meter über der Wasserlinie.

Die Landschaft bleibt interessant und hügelig, kein Vergleich zu den weiten Ebenen zwischen Mandalay und Bagan. Und immer wieder tauchen goldene Pagoden zwischen den Bäumen am Ufer und auf den Bergkuppen auf. Gegen 14 Uhr erreichen wir Shwego. mm-2013-12-24--DSC_0099Eine schwimmende Tankstelle in Gestalt eines Einbaums mit zehn Plastikkanistern legt längsseits der Fähre an, um die dezimierten Treibstoffvorräte zu ergänzen. Bei diesem ersten Tankstopp auf der Fahrt verlassen die ersten Passagiere das Boot. Eine halbe Stunde später geht es weiter. Allmählich wird die Landschaft flacher und lange nicht mehr so abwechslungsreich wie auf dem ersten Teilstück.

mm-2013-12-24--DSC_0129Die Sonne versinkt bereits am Horizont der Ebene, als wir gegen 17 Uhr Moda erreichen, den letzten Stopp vor unserem Tagesziel. Hier kommt eine Ladung Reis an Bord. Die Säcke schlittern eine Rutsche die Böschung hinunter und werden dann über eine Hühnerleiter einzeln an Bord gebracht. Auch dieser Stopp ist nach einer halben Stunde beendet.

mm-2013-12-25--DSC_0005Als wir nach 20 Uhr Katha erreichen ist es stockfinster. Bereits am Pier werden wir von einem Schlepper abgefangen, der uns zu den Guest Houses an der Uferpromenade bringen will. Das einzige im Reiseführer genannte ist leider schon ausgebucht. Wir sind einfach zu spät dran. Zwei Häuser weiter kommen wir in einer weiteren, aber deutlich heruntergekommeneren Herberge unter. Der muffelige Besitzer führt uns über eine windschiefe Stiege zum breiten Flur im Obergeschoss. Hinter den Türen mit den kleinen Vorhängeschlössern verbergen sich die kleinen Zimmer, oder besser gesagt die schmuddeligen Schlafställe. Sie sind gerade groß genug für zwei klapprige Bettgestelle mit zerschlissener Sisalmatratze und einem handbreiten Durchgang dazwischen. Waschbecken und französische Toiletten befinden sich halb im Freien am Ende des Ganges. Zum Glück haben wir unsere selbstaufblasenden Schlafmatten und die Hüttenschlafsäcke dabei. Irgendwie haben wir uns ein Quartier für Heiligabend ein wenig luxuriöser vorgestellt.

Unterkunft:
Annawah Guest House
Strand Road, Katha

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