Ein neuer Buddha für Shwe Set Taw

my_2015-12-28-DSC_0031Am westlichen Ufer des Irrawaddy , gegenüber von Magway liegt die Stadt Minbu. Sie ist für ihre Schlammvulkane bekannt. Der Name Nagapwet Mount Pagoda macht klar, wer für das Naturwunder verantwortlich gemacht wird. Er bedeutet schlicht: Blubbernde Schlange (Naga). Hört sich spektakulärer an, als es ist. In den Kratern mehrerer, bis zu 10 Meter hoher Hügel steigen behäbig dicke Schlammblasen auf. Es riecht nur dezent nach Schwefel. Der flüssige Schlamm ist nicht heiß, noch nicht einmal lauwarm. Vielleicht liegt es ja an den regelmäßigen Opfergaben – verdünnte Milch und Popcorn – mit denen er regelmäßig „gefüttert“ wird, dass er so friedlich vor sich hin blubbert.

my_2015-12-28-DSC_0212Rund 60 Kilometer weiter westlich befinden sich am Ufer des River Man die beiden berühmtesten Fußabdrücke Buddhas in Myanmar. Ihnen zu Ehre wurde die zweiteilige Shwe Set Taw Pagode gebaut. Denn der eine goldene Fußabdruck befindet sich etwas unterhalb des Gipfels eines Berges, der sich vom Ufer erhebt. Sein Gegenstück befindet sich in einer Halle im Flussbett vor dem gegenüberliegenden Ufer. Dass Heiligtum  wird in der Regenzeit vom Wasser umspült. Früher lag der Fußabdruck dann mindestens eine Handbreit unter Wasser, jetzt schützt ihn eine Plexiglashaube. In der Trockenzeit gelangt man trockenen Fußes zu ihm; der Fluss hat sich in ein schmales Bett zurückgezogen.

my_2015-12-28-DSC_0046Auf den breiten Kiesbänken findet jedes Jahr von Mitte Januar bis Mitte April eines der größten Pagodenfestivals des Landes statt. Ende Dezember sind die Vorbereitungen bereits im vollen Gange. Die ersten Hütten stehen schon. Bis zum Beginn der Festlichkeiten werden sich die gesamte Fläche in ein kleines Dorf aus Bambushütten verwandelt haben.

my_2015-12-28-DSC_0078Der Weg zum höhergelegenen Fußabdruck ist beschwerlich. Eine endlos lange Treppe mit mehreren Zwischenstationen führt vom Ufer den Berg hinauf. Zum Glück wartet schon auf der ersten Plattform eine willkommene Unterbrechung. Die Musik war bereits vom Fluss her zu hören. Im Rhythmus von Trommeln, Becken und Gongs wuchtet eine Gruppe Pilger einen etwa 1,50 Meter hohen sitzenden Buddha aus Marmor über Holzplanken in Richtung seines Bestimmungsortes. my_2015-12-28-DSC_0110Während die Männer schwitzen, tanzen sich auf der Galerie ein Mann und eine Frau in Trance, bis die Musik kurzfristig abbricht.

my_2015-12-28-DSC_0138Pandita, was auf Pali so viel heißt wie „weiser Mann“, überwacht den Transport des Buddhas. Der Abt des Aung Thukha Klosters in Minbu zeigt uns auf seinem Handy stolz Bilder der Marmorstatue, die über und über mit eingravierten Reliefs weiterer Darstellungen Buddhas übersät ist.

Schon geht es weiter. Die Trommeln beginnen erneut zu schlagen. Der der Länge nach transportierte Buddha wird aufgerichtet. Dann ist erstmal Pause, bis ein Flaschenzug montiert ist, um die Statue auf das bereitstehende Podest zu hieven. Zeit genug für die nächsten Stufen zum Fußabdruck unterhalb des Gipfels.

my_2015-12-28-DSC_0140Rund 230 Stufen später währt die Freude nur kurz. Diese Plattform ist noch nicht die letzte. Hinter dem großen Buddha in der Halle wartet die nächste Treppe. Weitere hundert Stufen später ebenfalls keine Entwarnung. Es geht noch weiter nach oben. Insgesamt sind es 528 Stufen zum Ziel. Bei über dreißig Grad eine schweißtreibende Angelegenheit.

my_2015-12-28-DSC_0164Geschafft! In einem Käfig hinter goldenen Eisenstangen verbirgt sich der dick mit Gold überzogene Fußabdruck Buddhas – übersät mit unzähligen Geldscheinen. Belohnung für den Aufstieg ist der tolle Ausblick auf den Fluss tief unten. Während der Festivalzeit ist das bestimmt noch beeindruckender, wenn er durch das temporäre Dorf der Bambushütten fließt.

my_2015-12-28-DSC_0181Zurück auf der ersten Plattform ist der Flaschenzug bereits im vollen Einsatz. Unter rhythmischen Rufen und dem Anfeuern der Instrumente wird der weiße Buddha auf sein Podest gehievt. Schon werden die Hände hochgerissen. Der Buddha ist an seinem Bestimmungsort angekommen. my_2015-12-28-DSC_0194Während der Verschlag  mit einer Brechstange beseitigt wird, wirft einer der Organisatoren Geldscheine unter die Helfer. Strahlende Gesichter wohin man blickt. Und natürlich Zeit für viele Erinnerungsfotos. Selfies mit und ohne die Ausländer,  die heute den Weg hierher gefunden haben. Was wohl eher selten passiert, wie Kyaw uns auf der Rückfahrt erzählt. Touristen haben diesen Ort bislang noch nicht auf dem Plan…

 

Unterkunft:
Nan Htike Thu Hotel
Strand Road, Magway

Restaurant:
Maugway Princess Restaurant
Magway

 

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