Affen auf Diät

Die Maronenlanguren sind eine weitere Affenart, die es nur auf Borneo gibt. Wir beobachten eine kleine Horde dieser niedlichen Kerlchen beim Blätterfrühstück in der Nähe der Gomantong-Höhlen. „Ka-ka-ka-ka“, das Geschrei der kleinen orangefarbenen Affen mit den schwarzen Gesichtern begleitet uns noch eine ganze Weile, als wir mit Mr. Aji im Sumpfwald nach wilden Orang-Utans suchen. Wir haben Glück: Wieder ist es der Erfahrung unseres Guides zu verdanken, der das in einem Wipfel versteckte Schlafnest einer Affenmutter mit Kind entdeckt. Zuvor hatte er uns bereits auf ein merkwürdiges Knurren aufmerksam gemacht und so die richtige Richtung eingeschlagen.

Wir sind bereits mit dem Auto auf der Rückfahrt, als wir noch einmal stoppen. Diesmal ist es eine große Schlangenweihe, die direkt auf Armhöhe neben uns auf Beute lauert.

Nach dem Einchecken im Sepilok Jungle Resort besuchen wir das Bornean Sun Bear Conservation Centre. Es ist in deutlich besserem Zustand als das in Balikpapan. Hier leben ein paar Dutzend Malaienbären auf einem großen offen Gelände, über das ein Rundweg auf Stelzen die interessierten Besucher führt. Hilfsbereite Ranger warten mit Erklärungen und Ferngläsern auf den Plattformen.

Dagegen ist man im benachbarten Sepilok Orang-Utan-Rehabilitation Centre weitgehend auf sich allein gestellt. Das muntere Treiben der jungen Affen in der Outdoor Nursery ist nur durch die getönten Glasscheiben aus dem eigens dafür errichteten Beobachtungshaus heraus möglich. Irgendwie auch nicht anders als im Zoo daheim. Da sind wir natürlich durch die Beobachtungssituationen der letzten Tage etwas verwöhnt. Auch die tägliche 15 Uhr Fütterung an einer weiteren eigens dafür auf dem Areal errichteten Plattform erscheint uns eher lieblos. Ein Ranger kippt einen kleinen Berg Früchte auf die Bretter und verschwindet wieder. Kein Rufen, kein Signal an die Orang-Utans. Wir warten fast eine Stunde bis zur Schließung der Station um 16 Uhr. Kein Blatt rührt sich. Nichts passiert. Auf dem Rückweg erzählen uns andere Besucher, das sei am Morgen schon ähnlich gewesen. Da hat sich dann ein Rudel Makaken über das Früchtebuffet hergemacht. Als die Orang-Utans dann später doch noch auftauchten, waren nur noch ein paar Bananenschalen übrig.

Als wir einen Ranger am Ausgang scherzhaft darauf aufmerksam machen, dass die Orang-Utans wohl ihre Uhren vergessen hätten und nicht wussten, dass sie um 15 Uhr ein Date mit Touristen haben, grinste er: „Morgen schicke ich Ihnen rechtzeitig eine WhatsApp. Außerdem gab es heute keine Duriam und jeden Tag Bananen mögen sie auch nicht.“

 

Unterkunft:
Sepilok Jungle Resort
Jalan Rambutan, Sepilok, Mile 14, Sepilok, Sandakan, Malaysia, 90000

Guide:
Mr. Aji
Kinabatangan Wildlife Expeditions

 

 

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