Graffitis und Webstühle

Wir machen weiter, wo wir gestern aufgehört haben, tuckern mit dem Boot nach San Pedro und nehmen von dort ein TukTuk nach San Juan de Laguna. Zwei Dinge interessieren uns hier: die Webereien und die Wandmalereien. Unweit der katholischen Kirche entdecken wir den kleinen Laden einer Kooperative von Müttern von Kindern mit Down-Syndrom (Artesanias Hermanos Down). Sie finanzieren die Arzt- und Behandlungskosten mit dem Verkauf der Webarbeiten und bestickten Huipil. Letzteres ist eine Art Bluse, wie sie von den meisten indigenen Frauen Mittelamerikas getragen wird.

Viele Fassaden der Häuser zieren bunte Gemälde, die viel vom Selbstverständnis der hier lebenden indigenen Bevölkerung erzählen. Einige der schönsten findet man an den Wänden des überdachten Sportplatzes in der Stadtmitte. Gerade trainieren hier Jungs und Mädchen ausdauernd ihre Fertigkeiten im Basketball.

Ein Stück die Straße hinunter besuchen wir eine weitere Kooperative. Die Ixoq Ajkeem wurde vor 25 Jahren gegründet und besteht heute aus 40 Frauen. Zwei von ihnen zeigen uns ausführlich die Besonderheiten ihrer Produktionen. Alles ist nicht nur Handarbeit, sondern auch reine Naturproduktion. Die Baumwolle wird von Hand gesponnen, mit Naturfarben aus verschiedenen Pflanzen, Kräutern, Baumrinden und sogar Insekten eingefärbt und dann mit einem einfachen Rückenband- oder Hüftwebstuhl zu kurzen Stoffbahnen verwoben.

Mit einem TukTuk nehmen wir die Bergstraße oberhalb des Sees nach San Pablo. Der Sonntagsmarkt ist längst geschlossen und aus einer der zahlreichen Baptistenkirchen hören wir einen Chor Kirchenlieder schmettern.

Weiter geht’s nach San Marcos de Laguna. Ähnlich wie tags zuvor in San Pedro haben sich hier nicht nur einige Sprachschulen, sondern auch ein buntes Völkchen aus Hippies und rastagelockten Überbleibseln einer anderen Zeit niedergelassen. Entgegen dem deutlich aggressiveren Nebeneinander in San Pedro wirkt die Situation hier entspannter. Die Einheimischen empfinden die bunten Vögel eher als eine Kuriosität, denn als eine Bedrohung ihrer Lebensweise.

So wird auch der nachmittägliche Sonntags-Gottesdienst ausschließlich von den indigenen Dorfbewohnern besucht, die einheitlich in Tracht, die Frauen fast alle mit Kopftuch, die Kirche bis zum letzten Platz und darüber hinaus füllen. Mangels einer Orgel werden die begeistert von Chor und Gemeinde gesungenen Kirchenlieder von den mitreißenden Klängen einer Gitarre und eines Akkordeons begleitet. Allein das wieder ein unvergessliches Erlebnis.

Mit einem der letzten Boote fahren wir zurück nach Panajachel. Dort erleben wir am Kai einen wunderschönen Sonnenuntergang und beschließen spontan, unseren Aufenthalt am Atitlan-See um einen weiteren Tag zu verlängern.

Unterkunft:
Regis Hotel Spa
3a. avenida 3-47 zona 2, Panajachel 07010, Guatemala

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