Ein Käfer im Wat

In einem kleinen verglasten Pavillon auf dem Gelände des Wat Saen Sukharam parkt ein blitzblank polierter Volkswagen. Der grüne Käfer gehörte einst dem ehrwürdigen Sathu Nyai Khamchan (Phra Khamchan Virachitto), der zu den einflussreichsten Äbten des 20. Jahrhunderts zählt und in Luang Prabang von 1972 bis 2017 als Präsident der Lao Buddhist Fellowship Organization (LBFO) lebte und wirkte.

Nach seinem Tod wurden in seiner Klause 392 Manuskripte, gefunden, von denen 280 auf Palmblättern, 112 auf Papier geschrieben wurden. Er folgte damit dem traditionellen laotischen Glauben, dass buddhistische Texte zuerst auf Palmblättern geschrieben werden müssen, bevor sie dann kopiert werden dürfen. Bereits die die Erstellung eines Manuskripts wird von den laotischen Buddhisten als rituelle Handlung gesehen (kan sang nangsü).

Unweit unserer Unterkunft, die wir bereits 2010 und 2016 zum Ausgangspunkt der Erkundungen gemacht haben, befinden sich unzählige weitere buddhistische Klöster, von denen das eingangs erwähnte, unserer Meinung nach vielleicht das Schönste ist. Natürlich lohnt es sich auch bei den anderen ein wenig innezuhalten, die westliche Geschäftigkeit abzustreifen und den Alltag der Mönche zu beobachten.

Nicht nur unserer Unterkunft, sondern noch einer weiteren Location wollten wir auf dieser Reise treu bleiben. Beides Mal hatten wir an einem Kochkurs des „Tamnak Lao Restaurant“ teilgenommen. Das Restaurant gibt es zwar noch, nur die Kochschule hat leider vor einem Jahr ihren Betrieb eingestellt. Die Räumlichkeiten in der Seitengasse sind verrammelt und verriegelt. Was aus den beiden Köchen wurde konnte uns niemand sagen.

Eine andere Erinnerung ließ sich dagegen perfekt wiederbeleben. Einige Meter weiter entdecken wir einen Eismacher, der echtes Milchspeiseeis verkauft, das auch dem verwöhnten europäischen Gaumen genügt. Sogar Durian-Eis gibt es. Diese Verarbeitung der sogenannten „Stinkfrucht“ hatten wir auf einer Reise in Indonesien kennen und schätzen gelernt. Der Name wirkt vielleicht abschreckend, Probieren lohnt sich aber.

Der zunächst skeptische Blick des Eisverkäufers ob der für Ausländer ungewöhnlichen Bestellung weicht schon bald einem breiten Grinsen, als wir genüsslich unser Eis geschleckt haben: Zum Abschied gehen beide Daumen hoch.

Wie man europäische Rezepturen landestypisch adaptieren kann, hatten wir bereits gestern in der „Popolo Cantina Convivial“ genießen können. Die Burrata wird mit einem Pesto aus Thai-Basilikum, Parmesan und Erdnüssen serviert. Superlecker. Auch bei der Steinofenpizza funktioniert die kulinarische kulturelle Aneignung hervorragend. Zu den Zutaten der „Popolare“ gehören neben dem klassischen Crudo, Parmesan, Tomaten und Mozarella ebenfalls dieses Erdnusspesto, sowie Thai-Basilikum, und Wasserkresse. So haben wir dann doch noch ein paar neue landestypische Rezepte kennengelernt.

Unterkunft:
Ancient Luangprabang Hotel

Sisaleumsack Road
Ban Phonheuang
85671 Luang Prabang, Laos

Essen & Trinken:
POPOLO „Cantina Convivial“

Kounxda Road,
Ban Phone Heuang
85671 Luang Prabang, Laos

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