Von Mandalay nach Monywa

Der Vormittag steht nach einem Besuch des 1773 erbauten chinesischen Guan Yin Tempels in Amarapura ganz im Zeichen der örtlichen Handwerkskunst. Tausende Touristen haben dagegen – wie jeden Morgen um 10.30 Uhr – ein ganz anderes Ziel. Mit Bussen werden sie zur Mönchspeisung im Mahagandhayon-Kloster gekarrt und scheren sich auf der Jagd nach dem finalen Mönch-isst-Reis-aus-der-Schüssel-Foto einen Dreck um die Privatsphäre der Bewohner. Wir gehen gar nicht erst hin und fahren direkt zu den Färbern und Webern von Amarapura. Besonders die Stoffmaler wecken unser Interesse. Neben traditionellen Mustern verwenden einige auch eine modernere Symbolsprache, die zum Teil mit Schablonen aber auch mit geschicktem Pinselstrich per Hand auf unterschiedliche Stoffarten aufgetragen wird.

Da die Bemalung von einem der drei Sarongs, die uns absolut nicht aus dem Weg gehen wollten, noch nicht trocken ist, setzen wir uns auf einen Kaffee aus der Bergregion in eine benachbarte Teestube. Dazu gibt es die Süßigkeiten, die wir abends zuvor bei Wai Wai Cho Mandalay Delicacies gekauft haben. Die zehn oder mehr verschiedenen Leckereien werden direkt vom Blech verkauft. Ohn Thi Malai ist mit Kokosmilch verfeinerter Reiskuchen, bei Ahlu Sanwinmakin handelt es sich um rautenförmig geschnittenes Gebäck, das aus Kartoffelteig, Kokoscreme, Zucker, etwas Mehl und wahlweise Kokosraspel, Erdnüssen oder ähnlichem besteht. In jedem Fall einfach lecker.

Nach einem weiteren kurzen Stopp an einer Färberei und Weberei erreichen wir Sagaing am westlichen Ufer des Ayeyarwady (Irrawaddy) . In den grünen Hügeln befinden sich unzählige Tempel und Stupas sowie hunderte Klöster. Wir besuchen die Umin Thounzeh Pagode mit den 45 Buddha-Statuen, die halbmondförmig in einer Kolonnade aufgereiht sitzen, sowie die 1312 erbaute Soon U Ponya Shin Pagode und die Kaunghmudaw Pagode mit ihrer mittlerweile vergoldeten außergewöhnlichen Halbkugel-Stupa.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Thanboddhay Pagode, doch für eine Besichtigung ist es zu spät, da sie um 17 Uhr geschlossen wird. Doch man bereits in der Dämmerung von ihr sehen kann, ist atemberaubend. Wir beschließen spontan, die Reise hier einen Tag zu verlängern, um genügend Zeit auch für eine ausführlichere Erkundung der Umgebung von Monywa zu haben.

Übernachtung:
Monywa Hotel
Dornachanyat Bogyoke Aung San Rd, Monywa

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