Die Umgebung von Mandalay

Auf dem Weg von Mandalay nach Amarapura erleben wir den zweiten Akt der Novizen-Einführung. Bevor den künftigen Mönchen gegen 13.00 Uhr die Haare geschoren werden, gibt es noch ein großes Abschiedsessen mit den Eltern, Verwandten, Freunden und jedem, der zufällig vorbeikommt und sich neugierig nach dem Grund für die Feier erkundet. So erging es jedenfalls uns. Ehe wir uns versehen, sitzen wir inmitten der Einheimischen und werden mit Reis, Sojasprossen, Kichererbsen und einem öligen Fisch-Curry verköstigt (Zutaten: Trockenfisch, Butter, Öl, Kokosmilch, Ingwer, Knoblauch und etwas Zucker). Damit nicht genug. Nach diesem „zweiten Frühstück“ werden wir an den Tisch mit den drei Novizen gebracht, wo ein paar süße Nachspeisen probiert werden wollen. Die Überraschung ist groß, als wir feststellen, dass wir die drei bereits am Vortag bei der Zeremonie in der Mahamuni-Pagode gesehen hatten. Da konnten wir natürlich nicht gleich wieder verschwinden.

Statt am Vormittag erreichten wir die U-Bein-Brücke folglich erst am frühen Nachmittag. Zuvor begegnet uns noch ein Autokorso, der weitere Novizen  zur Mahamuni-Pagode bringt, und besichtigen das Maha Waikan Bontha Bagaya Kloster am Ortsrand von Amarapura. Dieses war im Zweiten Weltkrieg von japanischen Bomben zerstört und erst 1996 wiederaufgebaut worden. Heute beherbergt es eine Sammlung unzähliger Buddhas aus diversen Epochen sowie eine Palmblattbibliothek, die allerdings Besuchern verschlossen bleibt.

Mit der Fähre setzen wir schließlich über den Myit Nge River (Small River). Am anderen Ufer warten bereits kleine Pferdekutschen für eine Tour durch die weitläufige vormalige Königsstadt Ava (Inva). Die Straßen sind noch vom Regen tags zuvor aufgeweicht und nichts für schwache Bandscheiben. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein. Die dreistündige Tour de Force beinhaltet Stopps an den Überresten der Yadona See Mee Pagode, dem aus Teakholz gebauten Bagaya Kloster mit seiner Mönchsschule für die Jüngsten der umliegenden Dörfer und dem „schiefen Turm von Ava“.  Der Nanmyin-Wachturm hat als einziges das verheerende Erdbeben Mitte des  18. Jahrhunderts zumindest halbwegs unbeschadet überstanden. Nach einem letzten Abstecher zum Maha Aung Mye Bonzan Kloster holpern wir zum Fährboot zurück.

Den Sonnenuntergang erleben wir an der U-Bein-Brücke – wie hunderte andere Touristen auch. Spätestens beim Abendessen sind wir dann allerdings wieder nur von Einheimischen umgeben. Uns steht der Sinn nach gebratenen Nudeln und Kyaw weiß, wo es die Besten gibt. Wer im Nay Chi (Sonnenstrahlen) etwas bestellen will, sollte die Landessprache beherrschen. Ach ja, Alkohol steht eigentlich auch nicht auf der Karte, die ausschließlich in Sanskrit geschrieben ist. Aber kein Problem. Gerne besorgen die Angestellten eine Flasche Bier beim Nachbarn. Und das Essen ist wie versprochen einfach köstlich!

Übernachtung:
Emerald Land Inn Hotel 
9, 14 Street, Pyi Gyi Yan Lone Quarters, Mandalay, Zentral Mandalay

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