Fliegende Mayas

Zum Abschluss unserer Reise machen wir noch einen letzten Stopp in Tulum („Mauer“ oder „Festung“). Diese Maya-Stätte liegt direkt auf einer Klippe am Meer, rund 130 Kilometer südlich von Cancún bzw. halb so weit von Playa del Carmen. Das erklärt auch den bereits am Vormittag schnell anschwellenden Strom der Bustouristen. Wir schaffen es noch vor den Horden durchs Gelände.

Der Zugang zu den Ruinen ist weitgehend streng geregelt. Ein mit Seilen abgesperrter Rundweg verhindert, dass das empfindliche Ökosystem allzu großen Schaden bei dem Besuch der jährlich über zwei Millionen Touristen nimmt. Wahrzeichen von Tulum ist der Templo Dios del Viento („Tempel des Windgottes“). Dabei handelt es sich um einen Raum, der auf einer halbrunden Plattform direkt an der Klippe errichtet ist.

Ebenfalls noch recht gut erhalten ist die Pyramid El Castillo (das „Schloss“). Das Gebäude kann ebenfalls nur aus gebührendem Abstand besichtigt werden. Auch auf den Templo de las Pinturas („Freskentempel“) ist nur ein Blick von außen gestattet. Am besten sind die Fresken noch an den Ecken zu entdecken.

Wir sind bereits auf dem Rückweg, als uns ein in der typischen Tracht kostümierter Voladore anspricht. „Wartet noch fünf Minuten, dann beginnt unser erster Flug für heute!“ und uns die besten Plätze für Fotos zeigt. Das kurze Warten wird reich belohnt. Schon bald klettern die vier Voladores die rund 25 Meter Stange in der Mitte des Platzes empor und nehmen ihre Plätze an den vier Ecken der an ein Storchennest erinnernden Plattform ein. Sie verkörpern die vier Winde. Begleitet werden sie vom Flöten-und Trommelspiel des fünften Mitglieds der Gruppe, das die Sonne und eigentlich ebenfalls auf die Spitze klettern und in der Mitte Platz nehmen sollte. Ob aus Sicherheitsgründen oder seinem „kräftigen“ Körperbau geschuldet, er bleibt heute jedoch unten und läuft  musizierend im Kreis um die Stange herum.

Kaum oben angekommen, sortieren die vier ihre Seile und winden sie sich drehend um den Unterleib. Sobald die Seile aufgewickelt sind, lassen sich die vier „Winde“ kopfüber von der drehenden Plattform nach unten hängen. Jetzt übernimmt einer der Voladores das Flöten- und Trommelspiel und allmählich wickeln sich die Seile wieder ab, bis die vier nach 13 Drehungen wieder auf die Erde gelangt sind.

 

 

Zurück in Tulum nehmen wir den Mittagsbus nach Cancun. Unseren letzten Nachmittag in Mexiko streifen wir noch einmal durch eine Stadt, die sich in vielem von den Dörfern und Kleinstädten der letzten Wochen unterscheidet. Hinter den mit hohen Mauern und häufig sogar  mit elektrischem Draht geschützten Villen und Reihenhäusern der Wohngebiete verbergen sich viele sorgfältig gepflegte Anwesen.

Doch spätestens mit dem Zaun hört die Pflege auf. Die Straßen und Wege sind in erstaunlich schlechtem Zustand. Offensichtlich reichen die Mittel der Kommune nicht für dringend notwendige Reparaturen. Das Geld der Bewohner bleibt hinterm Zaun…

Unterkunft:
Hotel Villa Italia
Avenida Bonampak, 52-53 , 77500 Cancún, Mexiko

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