Honky Tonk in Nashville

Unser Roundtrip mit dem Chevy Malibu endet, wo er begonnen hat. Nur das wir jetzt in Nashville übernachten können und somit Zeit für einen Besuch der Clubs und Musikkneipen am Lower Broadway haben. Bereits am Vorabend sind wir von Chattanooga losgefahren und haben uns in der Innenstadt von Nashville ein passendes Quartier gesucht.

Glück gehabt, denn am Morgen beginnt es heftig zu schneien, der Kälteeinbruch, der bereits einige Tage zuvor Washington D.C. in ein Schneechaos gestürzt hat, ist jetzt auch in der Mitte des Bundesstaates Tennessee angekommen.

Nach der Rückgabe des Mietwagens stapfen wir mutig die West End Avenue entlang, bis diese in den Broadway übergeht. Als wir schließlich das untere Ende erreichen, sind wir ziemlich durchgefroren und suchen nach einer Möglichkeit, um uns aufzuwärmen. Ein Blick ins Legends Corner überzeugt uns sofort, es woanders zu versuchen.

Die Live-Musik hätte uns zwar gefallen, aber hier tobt das Leben, als gäbe es kein Corona. Es ist so voll drinnen, dass wir es doch lieber woanders versuchen.

 

Der Lucky Bastard Saloon bezeichnet sich selbst als größte Honky-Tonk-Bar der Stadt. Hier hält sich der Andrang in Grenzen und wir finden sogar einen Platz mit genug Abstand zu anderen Gäste in einer Nische in  Nähe der verwaisten Tanzfläche.

Heute Nachmittag spielt der Sänger und Songschreiber Jordan McCants im Wechsel mit einigen Freunden Songs der derberen Variante der Country-Musik. Aus seiner Einstellung in diesen Zeiten macht er keinen Hehl. „Keine Masken! Keine Impfung! We make America great again!“ krakeelt er. Er habe die Stories gehört: „Du weißt schon. QAnon. Das ist alles wahr…“  Dann hüpft er von der Bühne und umarmt seine Fans im Publikum. Social distancing? Kein Thema.

Wenn man nach einer Antwort sucht, warum in den USA gerade die Infektionszahlen durch die Decke gehen:  Hier ist sie. Live, laut und in Farbe. Als wir uns schließlich genügend aufgewärmt haben, verlassen wir nach zwei Bier die Location – begleitet von Jordan McCants‘ entsprechend gehässigen Kommentaren ob unserer Masken vor Mund und Nase.

Auch im Tin Roof Broadway hält es uns nicht allzu lange. Die üppig bemessene vorgeschriebene Maximalzahl der Besucher scheint zwar eingehalten zu werden, doch das ist auch alles. Masken sind auch hier kein Thema. Weder bei den Gästen noch bei den Angestellten. Das Einzige was hier kontrolliert wird, ist der Ausweis bei jüngeren Gästen, um zu prüfen, ob diese schon alt genug für den Besuch einer Kneipe sind. In New York haben wir das ganz anders erlebt. Dort musste beim Betreten eines Restaurants oder einer Bar der Ausweis plus ein Impfnachweis gezeigt und natürlich eine Mund-Nasen-Maske getragen werden…

 

 

 

Draußen ist es dunkel geworden.

Wir stapfen noch ein wenig durch den mittlerweile gefrierenden Schneematch an den Clubs vorbei und bestellen dann per Uber-App einen Transport zum Hotel. Zum Glück dauert es nicht lange, bis der Wagen kommt. Positiv: der Fahrer nimmt die Maskenpflicht ernst.

Erleichtert erreichen wir unser Quartier. Zum Glück sind wir geimpft und geboostert. Aber sonst hätten wir diese Reise auch nicht riskiert… Morgen Mittag fliegen wir erst einmal zurück nach New York…

 

Unterkunft:
Hayes Street Hotel Nashville

1909 Hayes Street
Nashville, TN 37203, USA

 

Dieser Beitrag wurde unter Nordamerika, USA veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.