Unterwegs in den Minahasa Highlands

id-sw_2014-12-17-DSC_0133Nach dem üppigen Frühstück laden wir unsere Rucksäcke in den Suzuki. Maikel, unser Fahrer für diesen Tag, ist hier am Ort aufgewachsen und kennt die ganze Gegend bestens. Wie viele andere musste er vor einigen Jahren sein Elternhaus räumen, da es in der 4km-Sperrzone rund um den aktiven Vulkan Mt. Lokon liegt. Auf dem Weg zur Forschungsstation der Vulkanologen erzählt er uns, dass sein neues Zuhause vor etwaigen Lavaausbrüchen sicher sei, da es sich auf der anderen Seite eines Flusses befindet, durch den diese abfließen könnte. Vor möglichen Ascheregen wie zuletzt 2011 schützt das freilich wenig. Aber beim letzten Mal stand der Wind günstig. Die Forscher sind gerade nicht am Platz, haben aber die Fenster offen gelassen, so dass wir einen Blick auf das Equipment werfen können. Die Webcam zeigt, dass derzeit alles ruhig am Berg ist und die Seismographen verzeichnen auch nur minimale Ausschläge. Solange der Vulkan kontinuierlich ein wenig Dampf ablässt, ist alles in bester Ordnung. Nur wenn er sich einige Zeit gar nicht rührt, ist Gefahr im Verzug – so Maikel. Kleiner Joke am Rande. Auf dem Gelände wird nicht nur der heiße Vulkan beobachtet sondern auch hot Chili angebaut.

id-sw_2014-12-17-DSC_0009Auf dem Weg von Tomohon nach Waloan fahren wir durch zahlreiche weihnachtlich dekorierte Straßenzüge. Die Gegend hier ist zu 95% christlich (40% katholisch, 60% evangelisch). Das erklärt auch die unglaubliche Kirchendichte. Wenn Burma das Land der goldenen Pagoden ist, dann kann man hier durchaus vom Hochland der Kirchen sprechen. Eine Handvoll Gotteshäuser gehört selbst im kleinsten Dorf zum Standard.

id-sw_2014-12-17-DSC_0021Waloan ist bekannt für seine Zimmerleute. Hier werden die traditionellen Holzhäuser wie Fertighäuser vorgebaut und potentiellen Käufern angeboten. Lediglich bei den Dächern weicht man von der Tradition ab. Sie sind meist aus Wellblech. Das kann auf Kundenwunsch aber auch bei der Endmontage vor Ort durch blaue Ziegel getuned werden.

id-sw_2014-12-17-DSC_0050Unzählige Kirchen weiter geht es wieder ins offene Hochland. Eine Seitenstraße führt direkt zum Linow Lake. Er wechselt je nach Lichteinfall seine Farbe. Dass er stark schwefelhaltig ist, kündigt sich bereits aus einiger Entfernung an. An einigen Ufern dampft und brodelt es. Das ursprünglich hier erbaute Erdwärmekraftwerk wurde allerdings vor einigen Jahren an eine ergiebigere Stelle hinter der Hügelkette jenseits des Sees verlagert.

id-sw_2014-12-17-DSC_0098Weiter geht es in Richtung Tondano Lake. Doch zwischen den beiden Seen des Minahasa Hochlands gibt es noch mehr zu sehen. Maikel biegt plötzlich in einen unscheinbaren Feldweg und hält inmitten einer brodelnden Landschaft. Hier blubbern heiße Schlammlöcher und Wassertümpel. Einer von ihnen wird von den Einheimischen zum Rupfen des Geflügels genutzt, dass zuvor in die heiße Brühe getaucht wird. Eine weitere heiße Quelle dient als örtlicher Waschsalon.

id-sw_2014-12-17-DSC_0108Kurz vor dem See befindet sich die Töpfersiedlung Pulutan. Derzeit ist ein Dekor besonders beliebt, dass der Keramik einen bronzenen Anschein gibt. Aber es ist nur Farbe, die nach dem Brennen auf einer schwarzen Grundierung aufgetragen wird. Es sieht trotzdem erstaunlich metallisch aus.

id-sw_2014-12-17-DSC_0130
Schließlich erreichen wir den Tondano Lake und machen kurz an einer der vielen Zuchtfischfarmen. Zwei Jungs kommen gerade von der Ernte für den Tagesbedarf an Land geschwommen. Der ältere hat die Fische mit einer selbstgebastelten Harpune erlegt, sein kleiner Bruder schwenkt stolz den an einer Schnur aufgereihten Fang.

id-sw_2014-12-17-DSC_0136Am Ende der Fahrt wartet das eigentliche Highlight der Highlands. Die Warugas sind Steintröge mit kunstvoll gehauenen Deckeln, die in früheren Zeiten betuchten Persönlichkeiten als Hockgräber dienten. Die Gefäße waren ursprünglich überall in der Gegend verstreut zu finden und sind heute vor allem an zwei Orten zusammengetragen. Eine besonders schöne Sammlung befindet sich in Airmadidi. Diese Tradition der Bestattung muss bis ins späte 19. Jahrhundert gepflegt worden sein, wie die Inschriften zeigen.

Damit endet der Besichtigungsteil dieses perfekten Tages und Maikel bringt uns in das Dschungelresort seines Freundes Bobbys Lambaihang am Rande des Tangkoko Batuangus Naturreservats. Das Tangkoko Lodge ist einer von drei Homestays direkt in der Nähe des Eingangs zum Park. Die Zimmer sind einfach, aber relativ neu und zum Teil sogar mit Klimaanlage und Boxspring-Betten. Lediglich auf eine warme Dusche muss man wie so oft in den abgelegeneren Regionen verzichten. Bei dem feuchtheißen Dschungelklima aber durchaus verschmerzbar und wirklich erfrischend.

Unterkunft:
Tangkoko Lodge
Tangkoko Batuangus Nature Reserve
Email: macaca_nigra@yahoo.co.id

 

Dieser Beitrag wurde unter Asien, Indonesien veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*