Morgens um Vier Uhr Dreissig im Dschungel

id-sw_2014-12-18-DSC_0005Der Wecker klingelt heute Morgen bereits um 4 Uhr. Eine halbe Stunde später marschieren wir mit unserem Guide Meidy in den Tangkoko-Dua-Saudara-Nationalpark. Wir wollen im Morgengrauen die nachtaktiven Koboldmakis (Tarsius) beobachten. Nach einem schweißtreibenden einstündigen Marsch durch das hüglige Gelände erreichen wir schließlich den zuletzt bekannten Schlafbaum der glupschäugigen kleinen Affen. Heute scheint sich allerdings keiner im Lianendickicht rund um den Baum zu verbergen. Offensichtlich haben sich die Koboldmakis einen neuen Schlafplatz gesucht. Tatsächlich werden wir wenige 100 Meter weit entfernt fündig. Meidy lockt eines der kleinen Kerlchen mit einem Grashüpfer aus der Reserve. Einem solchen Leckerbissen kann der nicht lange widerstehen und schnappt sich blitzschnell den kleinen Snack.

id-sw_2014-12-18-DSC_0007Mittlerweile ist das Zwielicht dem Morgenlicht gewichen und wir wandern weiter durch den Dschungel. Das Kreischen der Zikaden legt sich allmählich und es wird wieder ruhiger im Regenwald. In der Ferne ist das Donnern der brechenden Wellen am Strand zu hören. Der Nationalpark liegt direkt am Meer. Meidy will uns jetzt einige der hier heimischen Vogelarten zeigen, hat aber leider Pech. Der Wald ist wie ausgestorben. Dann entdeckt er in den Bäumen zwei Kletterbeutler (Kus-Kus). Die vom Aussterben bedrohten Tiere sind nur noch sehr selten zu finden. Ein Glücksfall!

id-sw_2014-12-18-DSC_0022Zahlreicher tummeln sich dagegen die Celebes-Schopfmakaken (Macaca nigra) im Park. Die Frage ist nur: wo halten sie sich gerade auf? Unterwegs befindet sich ein Basislager der Naturschutzorganisation Selamatkan Yaki, die sich dem Schutz dieser Tiere widmet – unter anderem auch in Form von Programmen für die Einheimischen, um diese davon abzuhalten die Makaken als Bereicherung für ihren Speiseplan zu sehen. id-sw_2014-12-18-P1090341Eine Mitarbeiterin gibt den entscheidenden Tipp: eine 100köpfige Horde der schwarzen Primaten hält sich in Planquadrat AA des Nationalparks auf. Eine halbe Stunde später sind wir dort. Kein Wunder, dass sich die Schopfmakaken hier wohlfühlen. Sie plündern gerade genüsslich mehrere Mangobäume.

Um 9 Uhr erreichen wir wieder die Tangkoko Lodge. Wir wollen heute noch nach Gorontalo fliegen, um dort am Nachmitttag des nächsten Tages die nur freitags und mittwochs ablegende Fähre zu den Togian-Inseln zu erreichen. Der Chef der Tangkoko Lodge bringt uns persönlich mit seinem Wagen zum Flughafen von Manado. Eigentlich haben wir noch genug Zeit, als wir gegen 13 Uhr am Airport eintreffen. Der Flieger startet erst um 15.30 Uhr. Eine Buchung über das Internet bei der Billigairline Wings war vorher allerdings nicht möglich gewesen und jetzt erfahren wir, dass nur noch ein Platz frei ist. Alternativ wäre nur noch eine 10stündige Busfahrt anstelle des 40minütigen Fluges möglich. So schnell geben wir aber nicht auf und lassen uns auf die Standby-Liste setzen. Ein Passagier wird doch sicher den Flug verpassen…

Eine Dreiviertelstunde vor Abflug dürfen wir die beiden Tickets kaufen und schon mal vorsorglich das Gepäck einchecken. Pro  Person sind 10 kg erlaubt, da sind selbst bei unserem leichten Reisegepäck schnell ein paar Kilo Übergepäck fällig. 1,50 Euro pro Kilo sind aber leicht zu verschmerzen. Also hoch zum Gate und nochmal 15 Minuten banges Warten. Als um 15 Uhr – eine halbe Stunde vor Abflug – der Checkin schließt ist es dann sicher. Es hat geklappt. Die Plätze 1A und 1B sind unser, der letzte reguläre und der einzige Standby-Platz dieses Flugs. Er war tatsächlich völlig ausgebucht und das mitten in der Woche und in der absoluten Nebensaison. Aber für einen Preis von rund 40 Euro ist so ein Flug halt auch eine echte Alternative zu einer deutlich unbequemeren 10stündigen Busfahrt.

Am späten Nachmittag erreichen wir Gorontalo. Bereits bei der Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen in die rund 30 Kilometer entfernte Stadt wird der Unterschied zum zuvor bereisten nördlichsten Teil Sulawesis deutlich. Tauchten dort alle 50 bis 100 Meter katholische und evangelische Kirchen am Straßenrand auf, sind es hier Moscheen, die die Straßen in ähnlicher Frequenz säumen.

Schnell noch per Internet ein paar Hotelalternativen suchen und dann liegen wir auch schon ziemlich erschöpft von diesem langen und ereignisreichen Tag auf bzw. in dem Hotelbett.

Unterkunft:
Grand Q Hotel
Jl. Nani Wartabone No. 25, Kota Gorontalo 96115, Provinsi Gorontalo

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